PCOS natürlich behandeln – 7 Tipps für ein hormonelles Gleichgewicht

PCOS natürlich behandeln

PCOS betrifft ca. fünf bis zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter und ist einer der Hauptgründe für einen unerfüllten Kinderwunsch. Trotzdem ist es erst in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Ärzte verschreiben nach wie vor die Pille, die zwar die Symptome von PCOS lindert, aber nicht die das Syndrom selbst behandelt. Wir verraten Dir, wie Du PCOS ohne die Pille behandelst und Deine Hormone zurück ins Gleichgewicht bringst.

PCOS
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS)

Was ist PCOS?

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine hormonelle Störung, die nicht heilbar ist. Die Ursache von PCOS ist nach wie vor noch nicht eindeutig geklärt. Zum Teil wird vermutet, dass die Veranlagung dazu erblich bedingt ist – wenn also Deine Mutter bereits PCOS hatte, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass auch Du PCOS entwickelst. Zum Teil wird eine Verbindung zum Insulinhaushalt vermutet und neuere Ansätze bringen sogar ein Ungleichgewicht in der Schilddrüse als Ursache ins Spiel.

PCOS wird meist dann diagnostiziert, wenn junge Frauen unregelmäßige Zyklen oder ausbleibende Perioden haben. Zyklusstörungen zählen zu den häufigsten PCOS Symptomen. Daneben treten oft ein erhöhter Androgenspiegel und eine Insulinresistenz auf. Sie können wiederum zu einer verstärkten Körperbehaarung und Gewichtszunahme führen. Aufgrund der unregelmäßigen Zyklen bleibt oft der Eisprung aus, weshalb Betroffene Schwierigkeiten damit haben, schwanger zu werden.

PCOS und die Pille

Standardmäßig verschreiben Ärzte Frauen mit PCOS die Pille. Das macht insofern Sinn, als dass sie die Produktion männlicher Hormone unterdrückt und so dem erhöhten Androgenspiegel entgegenwirkt. Die Anti-Baby-Pille geht aber selbst mit zahlreichen Nebenwirkungen daher und behandelt lediglich ein Symptom von PCOS. Hinzu kommt, dass sie einem Körper, der hormonell ohnehin schon aus dem Gleichgewicht geraten ist, weitere synthetische Hormone zuführt. Sie stellt kein natürliches Gleichgewicht wieder her, sondern suggeriert dies durch die Verstärkung eines unnatürlichen Zustandes.

Pille und PCOS
Pille und PCOS

Deshalb entscheiden sich immer mehr Frauen gegen die Einnahme der Pille bei PCOS. Dies wird ohnehin dann notwendig, wenn Betroffene dem Kinderwunsch nachgehen möchten. Auch nach dem Absetzen der Pille benötigt der Körper in der Regel einige Zeit, um sich an die Umstellung zu gewöhnen. Das heißt, dass ein Eisprung im ersten Zyklus nach der Pille nicht sicher ist.

Frauen mit PCOS benötigen erfahrungsgemäß weitaus länger, bis sie regelmäßige Eisprünge verzeichnen können. Haben sie Glück, sind die PCOS Symptome nach dem Absetzen der Pille geringer als vor der Einnahme. Es kann aber auch passieren, dass die Einnahme der Pille den Körper noch weiter aus der Bahn geworfen hat. Das kann zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen, der zum Teil über Jahre andauert.

PCOS natürlich behandeln – 7 Tipps

Es spricht also viel für den Versuch, PCOS natürlich zu behandeln und so auf ein hormonelles Gleichgewicht hinzuwirken. Nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft kann PCOS allerdings nicht geheilt werden. Die folgenden Methoden dienen dazu, hormonelle Imbalancen zu verringern und die Symptome von PCOS so weit wie möglich zu reduzieren.

Ernährung umstellen

Du kannst es vermutlich nicht mehr hören, aber: Ernährung ist die beste Medizin. Deine Speisen und Getränke wirken sich maßgeblich auf Deinen Hormonhaushalt aus. Eine nährstoffarme, kohlenhydratreiche Ernährung gibt Deinem Körper nicht das, was er benötigt, um rundherum zu funktionieren. Lege stattdessen den Fokus auf unverarbeitete, natürliche Lebensmittel, die reich an Nährstoffen und Vitaminen sind. Auch gute Portionen von Protein und pflanzlichen Fetten dürfen bei keiner Mahlzeit fehlen.

PCOS und Ernährung
Eine gesunde Ernährung lindert PCOS Symptome

Körperfett

Ein hoher Körperfettanteil begünstigt eine Insulinresistenz. Deshalb wird Frauen mit PCOS oft geraten, abzunehmen. Dabei solltest Du Deinen Körper aber nicht überfordern: Crash-Diäten und ausgiebige Workouts belasten den Körper ebenfalls und können selbst Hormonungleichgewichte verursachen.

Versuche stattdessen, langfristig Deinen Körperfettanteil auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Sei dabei geduldig mit Dir und spare keinesfalls an gesunden, nährstoffreichen Mahlzeiten. Freue Dich auch über kleine Erfolge, denn: Jedes Kilo Körperfett weniger macht Deinen Körper gesünder und glücklicher.

Bewegung

Die Symptome von PCOS werden durch eine unzureichende Bewegung verschlimmert. Das bedeutet nicht, dass Du Dich täglich durch fordernde Workouts quälen musst. Finde eine Form von Bewegung, die Dir Spaß macht und Dir ein gutes Gefühl gibt. Auch Yoga oder ausgedehnte Spaziergänge fördern Deine Gesundheit.

Schlaf

Deine Ernährung und Dein Fitness können noch so gut sein – gönnst Du Deinem Körper nicht ausreichend Schlaf, kannst Du Deine Hormone nur schwer in ein Gleichgewicht bringen. Versuche, sieben bis acht Stunden Schlaf zu bekommen und gehe früh genug ins Bett. Die Stunden vor Mitternacht sind besonders wichtig für Deine Schlafqualität.

Ausreichend Schlaf
Ausreichend Schlaf ist wichtig für das hormonelle Gleichgewicht

Magnesium

Magnesium (Anzeige) kann sich positiv auf den Hormonhaushalt auswirken und sogar Schlaflosigkeit und Angstgefühle lindern. Der Mineralstoff unterstützt die Produktion von Progesteron, Östrogen und Testosteron. Zudem kann es die Gesundheit des zentralen Nervensystems stärken und so Dein Wohlbefinden steigern.

Vitamin D

Ein Großteil der Frauen mit PCOS leidet an einem Mangel an Vitamin D (Anzeige). Das Sonnenvitamin kommt insbesondere in unseren Breitengeraden oft zu kurz, weil wir den größten Teil unseres Tages in geschlossenen Räumen verbringen. Ein gesunder Vitamin D Spiegel kann nicht nur die Symptome von PCOS verringern. Vitamin D ist an einer Reihe von Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt und wird deshalb an vielen verschiedenen Stellen benötigt.

Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel für ein hormonelles Gleichgewicht

Probiotika

Auch der Darm wird zunehmend als unterschätztes Organ wahrgenommen. Er bildet eine Vielzahl von Hormonen – zum Beispiel die Glückshormone Serotonin und Dopamin – und steht in engem Zusammenhang mit dem Immunsystem. Neueren Studien zufolge könnten die hier angesiedelten Bakterienkulturen sogar unseren Charakter beeinflussen. Deshalb wird der Darm auch gerne als zweites Gehirn bezeichnet.

Eine starke Darmflora hat positive Effekte auf Deine körperliche Gesundheit. Kein Wunder also, dass sie auch ein hormonelles Gleichgewicht fördern soll. Du kannst Deinen Darm mit fermentierten Produkten wie Joghurt oder Kefir unterstützen oder mit Nahrungsergänzungsmitteln mit probiotischen Kulturen (Anzeige).

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